THF Entwicklungskonzept
Ein Navigationssystem für die Zukunft
Der Flughafen Tempelhof ist mehr als ein Gebäude. Mit 55,5 Hektar Grundstück, 300.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und über 7.000 Räumen, gehört er zu den komplexesten Transformationsaufgaben Europas. Das Entwicklungskonzept schafft dafür einen langfristigen Orientierungsrahmen.
THF ist mehr als ein Gebäude. Er ist ein Stück Stadt in Betrieb.
Der Flughafen Tempelhof wird heute bereits vielfältig genutzt. Er ist Arbeitsort, Veranstaltungsort, Ort für Kultur, Bildung, Verwaltung, soziale Infrastruktur und öffentliche Angebote. Während über die langfristige Zukunft nachgedacht wird, läuft der Betrieb weiter.
Was passiert aktuell
Am Flughafen Tempelhof laufen mehrere Prozesse gleichzeitig: Die Sanierung wichtiger Gebäudeteile wird vorangetrieben, der Betrieb läuft weiter und parallel wird die langfristige Entwicklung vorbereitet.
Sanierung läuft
- Sanierung und Ertüchtigung des Stahltragwerks
- Technische Infrastruktur (TI 2030)
- Dach- und Betondeckensanierung
Betrieb läuft weiter
- 400.000 Besucher:innen pro Jahr
- 150 Events pro Jahr
- 40+ Mieter:innen
Wir planen die Zukunft
Der strategische Rahmen für die Entwicklung
Das Entwicklungskonzept –
Ein Navigationssystem für die Zukunft
Das Entwicklungskonzept ist ein strategischer Orientierungsrahmen für die langfristige Entwicklung des Flughafen Tempelhof. Es bündelt Fachgutachten, ordnet Ergebnisse und schafft eine Grundlage für spätere Entscheidungen.
Das Entwicklungskonzept ist EIN Arbeitsinstrument:
- Ein zusammenführendes Dokument, das die Ergebnisse mehrerer Fachgutachten bündelt
- Eine systematische Auswertung und Gewichtung dieser Gutachten zu einer Gesamtlogik
- Ein klar strukturierter Orientierungsrahmen mit Leitlinien, Szenarien und Entscheidungskriterien
Das Entwicklungskonzept ist KEIN fertiger Bauplan:
- Kein fertiger Bau- oder Masterplan
- Keine Vorentscheidung über konkrete Nutzer, Bauvorhaben oder Investitionen
Kein Ersatz für politische Beschlüsse oder Genehmigungsverfahren
Zeitplan
Das Entwicklungskonzept entsteht Schritt für Schritt. Vor der Fertigstellung stehen Grundlagen, strategische Weichenstellungen, Fachgutachten und Workshops. Erst danach kann das fertige Entwicklungskonzept als Grundlage für konkrete Entwürfe und Vorhaben dienen.
Timeline:
- 2018-2023: Grundlagenermittlung
- 2024: Strategische Weichenstellung
- 2024–2025: Strategie
- 2025–2027: Fachgutachten + Workshops
- 2027: Fertigstellung des Entwicklungskonzepts
- 2027–2028: Senatsentscheidung
- 2028ff: Das Entwicklungskonzept ist Grundlage für konkrete Entwürfe und Vorhaben.
Ergänzender Hinweis: Das fertige Entwicklungskonzept ist Grundlage für konkrete Entwürfe und Vorhaben. Veranstaltungen, Programme und Betrieb laufen währenddessen weiter; ebenso die Sicherung der Rückgratprojekte.
Fachexpert:innen
Das Entwicklungskonzept wird von einem Netzwerk spezialisierter Fachleute begleitet. Unterschiedliche Disziplinen bringen Wissen zu Denkmal, Nutzung, Mobilität, Nachhaltigkeit, Freiraum, Stadtentwicklung, Klima und Projektentwicklung ein.
Innerer Expert:innenkreis:
- Denkmalschutz: Büro West (Georg Wasmuth, Hannah Fitter)
- Early Activation und Nutzungsstrategie: Denkstatt Sàrl (Eric Honegger)
- Freiraumplanung: Robin Winogrond Landscape Architecture (Robin Winogrond)
- Mobilität:Good Mobility Council (Christian Scheler, Dr. Ingo Kucz)
- Nachhaltigkeit: KPMG (Eric Pawelczyk, Francesca Galeazzi)
- Place-Making: Softer (David Sim, Ola Gustafsson)
Städtebauliche Entwicklung: Cityförster (Prof. Dr.-Ing. Verena Brehm);
MVRDV (Christine Sohar, Sven Thorissen, Winy Maas)
Äußerer Expert:innenkreis
- Denkmalschutz: Brenne Architekten (Fabian Brenne)
- „Dissonant Heritage“: TU Berlin (Prof. Dr. Harald Bodenschatz); TU Dortmund (Prof. Dr. Ingrid Scheurmann)
- Freiraumplanung: Bauchplan (Marie-Theres Okresek), Man Made Land (Christian Bohne)
- KlimaEngineering: Transsolar KlimaEngineering (Helmut Meyer, Prof. Thomas Auer)
- Klimaökologie: GEO-NET Umweltconsulting (Janine Könitz)
- Lebenszyklusanalysen: Weberbrunner Architekten (Elise Pischetsrieder)
- Räumliche Vernetzungs- und Erschließungsmodelle: Space Syntax (Anna Rose)
- Städtebau:Hemprich Tophof (Julia Tophof), SMAQ (Prof. Sabine Müller)
Berater:innenkreis:
- Projektentwicklung, Standortprofil und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen: Green City Development (Felix Richter, Martin Eyerer); Prof. Dr. Hans-Peter Noll (ehem. Geschäftsführung Stiftung Zeche Zollverein); UTB Projektmanagement (Thomas Bestgen)
- Prozessbegleitung: Urban Catalyst (Prof. Klaus Overmeyer)
- Grundlagenermittlung: Elke Dittrich, Bauhistorikerin
Welche Themen werden im Rahmen des Entwicklungskonzeptes untersucht?
Das Entwicklungskonzept betrachtet den Flughafen Tempelhof aus drei miteinander verbundenen Perspektiven: stadträumlich, sozialräumlich und baulich. Diese drei Transformationen bilden den Rahmen für die weitere Arbeit und zeigen, welche Fragen im Prozess vertieft untersucht werden.
Stadträumliche Transformation
Offen, zugänglich und vernetzt
Die stadträumliche Transformation untersucht, wie der Flughafen Tempelhof besser mit den umliegenden Stadtteilen, dem Tempelhofer Feld und den bestehenden Verkehrs- und Wegebeziehungen verbunden werden kann. Im Mittelpunkt stehen Ankunftsorte, Orientierung, Freiräume, Aufenthaltsqualität und nachhaltige Mobilität.
VISION: Zukünftig ist der Flughafen Tempelhof ein gut erreichbares Stadtquartier mit attraktiven Aufenthalts- und Bewegungsräumen. Als lebendiger und inklusiver Ort verbindet er nachhaltige Mobilität, vielseitige Freiräume und eine klare städtebauliche Struktur im menschlichen Maßstab.
- Ankunftsorte mit klarer Orientierung gestalten
- Stadt, Quartier, Gebäude und Feld verknüpfen
- Resiliente Freiräume fördern
- Flexibles, leistungsfähiges Logistiksystem implementieren
Sozialräumliche Transformation
Lebendig, experimentierfreudig und nachbarschaftlich
Die sozialräumliche Transformation untersucht, welche Nutzungen, Angebote und öffentlichen Räume den Flughafen Tempelhof künftig beleben können. Dabei geht es um Orte der Begegnung, nachbarschaftliche Angebote, Kultur, Pioniernutzungen und flexible Nutzungsmöglichkeiten.
VISION: Zukünftig ist der Flughafen Tempelhof ein lebendiger und vielfältiger Ort der Begegnung, der kreativen Austausch und Experimente ermöglicht. Flexible, niederschwellige Nutzungsmöglichkeiten stärken die Nachbarschaft und machen den Standort als weltoffenen Treffpunkt für Berlin erlebbar.
- Vorplatz, Haupthalle & Weltveranda als Rückgrat der Transformation stärken
- Ergeschosszonen aktivieren
- Vorhandene Keimzellen als Impulsgeber nutzen
- Projekte mit internationaler Strahlkraft entwickeln
Bauliche Transformation
Nachhaltig, denkmalgerecht und zukunftsweisend
Die bauliche Transformation untersucht, wie das denkmalgeschützte Flughafengebäude erhalten, saniert und zugleich für künftige Nutzungen vorbereitet werden kann. Dabei geht es um bauliche Standards, Barrierefreiheit, neue Zugänge, Geschichtsorte, Nachhaltigkeit und den respektvollen Umgang mit der historischen Bausubstanz.
VISION: Zukünftig ist der Flughafen Tempelhof ein Ort der Innovation, der Geschichte und Zukunft miteinander verbindet. Ressourcenschonend transformiert, wird er zu einem Modellprojekt für nachhaltiges Bauen und den respektvollen Umgang mit historischer Bausubstanz.
- Gebäudestruktur entsprechend ihrer Talente entwickeln
- Geschichte sichtbar machen und neue identitätsstiftende Orte schaffen
- Neue Zugänge, Verbindungen und Adressen bilden
- Nachhaltig sanieren und bauliche Standards definieren
Häufige Fragen
Identität und Zweck
Wofür steht der Flughafen Tempelhof?
Der Flughafen Tempelhof ist mehr als ein Gebäude. Er ist Denkmal, Arbeitsort, Kulturort und öffentlicher Raum zugleich – und in Geschichte und Größe ein Berliner Sonderfall. Das Entwicklungskonzept versteht ihn als Stadtraum für Demokratie und Resilienz: einen Ort, der die vielschichtige Vergangenheit des 20. Jahrhunderts sichtbar hält, der zugängliche Räume für die Stadtgesellschaft schafft und zugleich zeigt, wie ein Großdenkmal nachhaltig in die Zukunft geführt werden kann.
Worum geht es beim Entwicklungskonzept für den Flughafen Tempelhof?
Das Entwicklungskonzept beschreibt, wie das Flughafengebäude langfristig saniert, aktiviert und genutzt werden kann. Es legt fest, welche Nutzungen grundsätzlich möglich, welche baulichen Eingriffe denkbar sind und wo klare Grenzen liegen – zum Beispiel durch Denkmalschutz oder technische Voraussetzungen. Das Konzept ersetzt keine Bauplanung, sondern schafft eine belastbare Grundlage, damit spätere Entscheidungen nachvollziehbar, fachlich abgesichert und langfristig tragfähig sind.
Ist THF ein Immobilienprojekt oder ein Kulturprojekt?
Es ist weder das eine noch das andere allein. Der Flughafen ist Denkmal, Infrastruktur, Arbeitsort, Kulturort und öffentlicher Raum zugleich. Das Entwicklungskonzept verbindet diese Funktionen im Sinne aller Dimensionen der Nachhaltigkeit sinnvoll miteinander, statt eine davon zu dominieren.
Welche stadtplanerische Rolle spielt der Flughafen Tempelhof für Berlin insgesamt?
Der Flughafen Tempelhof ist ein stadträumlicher Sonderfall. Durch seine Größe, Lage und Geschichte wirkt er weit über sein Grundstück hinaus und prägt mehrere Stadtteile. Er ist kein neues Quartier, sondern ein öffentlicher Stadtraum, der langfristig eine besondere Rolle im Herzen Berlins einnimmt.
Ziele und Zukunft
Welche Nutzungen sind künftig vorgesehen?
Weiterhin ist eine dauerhafte Mischung aus Kultur und Bildung, Veranstaltungen, Arbeiten und Verwaltung sowie öffentlich zugänglichen Angeboten vorgesehen. Diese Mischung knüpft an die 2020 vom Berliner Senat beschlossene Vision 2030+ für den Flughafen Tempelhof an, die einen offenen Nutzungsrahmen für Kultur, Kreativwirtschaft, Bildung, Verwaltung und öffentliche Angebote setzt. Das Entwicklungskonzept führt diese Linie fort, schärft sie im Abgleich mit dem neu entwickelten Standortprofil und stellt sicher, dass das Gebäude vielseitig nutzbar bleibt, unterschiedlichen Interessen gerecht wird und einen möglichst großen Mehrwert für alle Berliner:innen bietet.
Bleibt der Flughafen Tempelhof für die Öffentlichkeit zugänglich?
Ja. Ein zentrales Ziel des Entwicklungskonzepts ist es, das Gebäude offener und durchlässiger zu machen – insbesondere als Verbindung zwischen Stadt und Tempelhofer Feld – und damit den Nutzwert für Berliner:innen zu erhöhen. Konkrete Maßnahmen oder dauerhaft geöffnete Wege sind noch nicht festgelegt und werden im weiteren Prozess geprüft.
Wird der Flughafen Tempelhof ein Veranstaltungsort bleiben?
Ja. Der Flughafen Tempelhof ist bereits heute einer der wichtigsten und bekanntesten Veranstaltungsorte Berlins und soll diese Rolle auch künftig behalten. Das Entwicklungskonzept zielt darauf ab, Veranstaltungen langfristig tragfähig, gut organisiert und in ein ausgewogenes Nutzungskonzept eingebettet weiterzuführen.
Was haben Berliner:innen konkret von diesem Entwicklungskonzept?
Das Entwicklungskonzept sichert den Erhalt eines einzigartigen öffentlichen Ortes und verhindert widersprüchliche Einzelentscheidungen. Es setzt Rahmenbedingungen für eine innovative Fortentwicklung und schafft die Grundlage für bessere Zugänglichkeit, vielfältige Nutzungen und einen verantwortungsvollen Umgang mit einem zentralen Ort der Stadt.
Geschichte, Verantwortung und Leitplanken
Was bedeutet der Denkmalschutz für die Planungen?
Der Flughafen Tempelhof ist das größte denkmalgeschützte Bauwerk Europas. In enger Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden entwickeln wir innovative Konzepte, um dieses Baudenkmal zukunftsfähig zu gestalten. Der Schutz seiner historischen Substanz prägt jede Planungsentscheidung. Der Denkmalschutz ist dabei kein Selbstzweck. Er unterstützt die Bewahrung des Flughafen Tempelhof als einzigartiges Zeugnis seiner Epoche und trägt dazu bei, dessen Geschichte auch zukünftigen Generationen zugänglich zu machen.
Wie wird mit der NS-Geschichte des Ortes umgegangen?
Die NS-Geschichte ist ein zentraler Bestandteil der Identität des Ortes und verpflichtet uns zu besonderer Verantwortung. Sie soll sichtbar bleiben, kritisch eingeordnet und als dauerhafte Mahnung verstanden werden. Erinnerung und heutige Nutzung müssen hier bewusst miteinander kombiniert werden und sich dem „unbequemen Erbe“ annehmen. Da dieses Anliegen für uns eine hohe Priorität besitzt, sind im Entwicklungskonzept ausdrücklich Expert:innen eingebunden, die sich mit der Frage auseinandersetzen, wie dieses Erbe in die Zukunft überführt werden kann.
Geht es beim Entwicklungskonzept auch um das Tempelhofer Feld?
Nein. Das Entwicklungskonzept bezieht sich ausschließlich auf das Flughafengebäude mit seinen 300.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und die bebaute Liegenschaft mit ihrem 55,5 Hektar großen Grundstück. Das 300 Hektar große Tempelhofer Feld liegt nicht in der Zuständigkeit der Tempelhof Projekt GmbH und ist nicht Teil dieses Prozesses.
Vorgehen und Planung
Gibt es einen Umbau- oder Architekturentwurf?
Es gibt derzeit bewusst keinen fertigen Umbau- oder Architekturentwurf. Der Flughafen Tempelhof ist kein einzelnes Gebäude, sondern ein sehr komplexes Ensemble mit über 7.000 Räumen in 41 Bauteilen, unterschiedlichen Bauphasen, laufendem Betrieb und vielen heutigen Nutzer:innen. Bevor Entwürfe sinnvoll sind, muss geklärt werden, was technisch, rechtlich und denkmalpflegerisch umsetzbar ist. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Entwicklung den größten Mehrwert für den Standort und die Stadt schafft. Das Entwicklungskonzept verbindet diese fachlichen und inhaltlichen Fragestellungen und bildet damit die Grundlage für spätere Entwürfe.
Was unterscheidet diesen Prozess von anderen Berliner Großprojekten?
Es handelt sich nicht um einen Neubau, sondern um die Weiterentwicklung eines bestehenden Gebäudes im laufenden Betrieb. Der Flughafen wurde nie fertiggebaut und ist in der Vergangenheit nie grundlegend saniert worden. Es gibt keinen festen Endzustand, sondern einen schrittweisen, lernenden Prozess. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Erhalt und der Weiterentwicklung des Bestands. Damit folgt der Prozess dem Grundsatz, vorhandene Ressourcen zu nutzen und das Gebäude langfristig zukunftsfähig zu machen. Dabei werden auch übergeordnete Ziele wie die Berliner Klimaziele berücksichtigt.
Warum dauert dieser Prozess mehrere Jahre?
Der Flughafen Tempelhof ist in seiner Komplexität eher mit einer kleinen Stadt als mit einem einzelnen Bauprojekt vergleichbar. Er ist das größte denkmalgeschützte Bauwerk Europas mit sehr unterschiedlichen Nutzungen, technischen Zuständen und historischen Schichten. Zudem wurde er baulich nie fertiggestellt und befindet sich daher zu Teilen noch im Rohbauzustand der 1930er-Jahre. Jede Entscheidung – etwa zu Erschließung, Brandschutz, Sanierung oder Nutzung – wirkt sich auf viele andere Bereiche aus. Deshalb muss der Prozess schrittweise erfolgen, um Fehlentscheidungen, hohe Folgekosten oder unnötige Eingriffe in das Denkmal zu vermeiden.
Über welchen Zeitraum wird die Entwicklung des Flughafens gedacht?
Die Entwicklung des Flughafens Tempelhof ist ein Generationenprojekt. Das Entwicklungskonzept denkt in Jahrzehnten, nicht in Legislaturperioden, und bleibt anpassungsfähig.
Wann ist das Entwicklungskonzept fertig und wie geht es weiter?
Die Erarbeitung des Entwicklungskonzepts erfolgt in mehreren Schritten. Nach den fachdisziplinspezifischen Grundlagenarbeiten in den Jahren 2018 bis 2023 und der strategischen Weichenstellung im Jahr 2023 werden seit 2024 Fachgutachten, methodische Herangehensweisen und entwurfliche Haltungen erarbeitet. Die Workshops werden zwischen 2025 und 2027 durchgeführt. Die Fertigstellung des Entwicklungskonzepts ist für 2027 vorgesehen. Anschließend entscheidet der Berliner Senat über die weiteren Schritte. Ab 2028 dient das Entwicklungskonzept als Grundlage für konkrete Entwürfe, Planungen und Vorhaben. Es schafft damit den langfristigen Rahmen für die schrittweise Weiterentwicklung des Flughafen Tempelhof.
Verantwortung und Beteiligung
Wer ist für das Entwicklungskonzept verantwortlich?
Die Tempelhof Projekt GmbH ist die verantwortliche Gesellschaft. Sie betreibt den Standort im Auftrag des Landes Berlin, organisiert den laufenden Betrieb, verantwortet technische Sicherung und Sanierung, vermietet Flächen und betreibt die Eventlocation. Das Entwicklungskonzept baut auf dieser langjährigen Betriebserfahrung und der genauen Kenntnis des Ortes auf. Zuständig für die Tempelhof Projekt GmbH ist wiederum die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Sie begleitet den Prozess fachlich und politisch. Weitere Senatsverwaltungen sind punktuell beteiligt, wenn ihre Themen berührt sind, zum Beispiel Kultur oder Finanzen.
Welche externen Expert:innen sind in den Prozess eingebunden?
Neben der Expertise der Tempelhof Projekt GmbH werden externe Fachleute aus den Disziplinen Denkmalschutz, Architektur, Stadtentwicklung, Standortaktivierung, Mobilität, Nachhaltigkeit, Bauökonomie und Nutzungskonzepten eingebunden. Sie ergänzen die ortsspezifische Erfahrung um unabhängige fachliche Perspektiven. Die Auswahl erfolgte nach fachlicher Eignung, Erfahrung mit vergleichbar komplexen Bestandsbauten und der Fähigkeit, in einem interdisziplinären Prozess zusammenzuarbeiten.
Gibt es eine Beteiligung von Bürger:innen?
Für den Flughafen Tempelhof wurden in der Vergangenheit umfangreiche Beteiligungsprozesse durchgeführt. Wesentliche Themen daraus – etwa Durchwegung, Zugänglichkeit und öffentlicher Nutzen – greift das Entwicklungskonzept in seinen Leitthemen auf. Das Entwicklungskonzept selbst ist als fachlicher Prozess angelegt: Es bündelt Gutachten unterschiedlicher Disziplinen und wird mit externen Expert:innen erarbeitet. Der Prozess wird transparent gestaltet, indem Arbeitsstände und Ergebnisse öffentlich dargestellt und fortlaufend aktualisiert werden. Zudem besteht für Interessierte die Möglichkeit, im Besucherzentrum CHECK-IN in der Ausstellung zum Entwicklungskonzept zu einzelnen Fragestellungen Anregungen und Hinweise einzubringen. Diese werden im fortlaufenden Prozess berücksichtigt.
Wer entscheidet am Ende über die Zukunft des Gebäudes?
Die politischen Entscheidungen trifft das Land Berlin. Das Entwicklungskonzept selbst trifft keine Entscheidungen, sondern stellt fachlich geprüfte Optionen zur Verfügung, auf deren Grundlage entschieden werden kann.
Nutzung, Eigentum und Finanzen
Was passiert mit den heutigen Nutzungen und Mieter:innen?
Bestehende Nutzungen sind ausdrücklich integraler Bestandteil der Betrachtung. Synergien werden explizit gesucht und genutzt. Es gibt daher keine kurzfristigen Verdrängungen. Falls nötig, werden Veränderungen schrittweise, begründet und transparent umgesetzt.
Soll das Gebäude privatisiert oder verkauft werden?
Nein. Das Gebäude bleibt im Eigentum des Landes Berlin. Ziel ist es, die Nutzung langfristig öffentlich steuerbar zu halten und nicht von kurzfristigen Marktinteressen abhängig zu machen.
Was kostet die langfristige Entwicklung des Gebäudes?
Es gibt keine Gesamtsumme, da unterschiedliche Szenarien betrachtet werden und die Kosten je nach Abwägung – etwa hinsichtlich der zu erzielenden Sanierungsstandards – stark variieren. Das Entwicklungskonzept verfolgt einen schrittweisen Ansatz, bei dem Maßnahmen einzeln geprüft, priorisiert und finanziert werden. Im Ergebnis steht ein Phasenplan, der eine Umsetzung einzelner „Puzzle-Teile“ in einem klar abgrenzbaren Rahmen mit größerer Unabhängigkeit von Legislaturperioden ermöglicht. Das Sanierungskonzept legt dann die baulichen Standards fest. Die beiden sogenannten Rückgratprojekte bei der Sanierung des Gebäudes sind die Erneuerung der technischen Infrastruktur und die Sanierung des Stahltragwerks. Sie bilden absehbar die zwingenden Basiskosten für die Entwicklung des Gebäudes. Sie belaufen sich zusammen auf rund 290 Mio. Euro. Diese Größenordnung muss mit der enormen Dimension des Bauwerks ins Verhältnis gesetzt werden. Im Grundsatz gilt: Je eher die Sanierung umgesetzt wird, desto geringer fallen die Gesamt- und Folgekosten aus.
Service
Wo können sich Interessierte künftig informieren?
Ab dem 4. Juli 2026 können sich Interessierte in der Ausstellung im Besucherzentrum CHECK-IN am Flughafen Tempelhof informieren. Zusätzlich werden die Inhalte auf dieser Website bereitgestellt. Beide Formate werden fortlaufend aktualisiert.