Schokolonialismus und andere Ausbeutungsformen
Informationen
Der Berliner Stadtteil Tempelhof galt Anfang des 20. Jahrhunderts als „Schokoladenbezirk“. Das lag vor allem an den Produktionsstätten der Firma Sarotti. Ab 1913 stand in der Teilestraße die große Sarotti-Fabrik südlich des Tempelhofer Feldes und des späteren Flughafens. Unter den Arbeiter:innen schon früh als „Graues Elend“ verschrien, war die Fabrik für viele Zeitgenossen Ausdruck einer kapitalistischen Ausbeutung der dort tätigen Arbeitskräfte. Auch die Arbeitskräfte in den Kolonien mussten unter ausbeuterischen Konditionen den Rohkakao ernten.
Bei diesem historischen Themenabend blicken wir mit unseren Gästen auf die lange Geschichte der Kakao- und Schokoladenindustrie und ihre unterschiedlichen Ausbeutungsformen. Wir schauen auf die Verhältnisse der Arbeitskräfte im Deutschen Reich und den Kolonien. Wir sprechen auch über die Zwangsarbeit in Tempelhofer Betrieben während der NS-Zeit und wollen gemeinsam darüber diskutieren, warum bis heute Schokolade nicht nur süßes Vergnügen, sondern oft noch mit fragwürdigen Arbeitsverhältnissen verbunden ist.
Mehr Informationen zur Ausstellung “Schokokolonialismus” im Museum Tempelhof-Schöneberg.
THFxGESCHICHTE
Weitere Termine
Am 5. November lesen Dr. Christoph Kreutzmüller und Dr. Bjoern Weigel im Rahmen unserer THFxGeschichte-Reihe aus ihrem neuen Buch “Berlin im Nationalsozialismus. Abriss einer Stadtgeschichte”.
Einlass: ab 18:30
Gäste: Hanna Feesche, Dr. Patrick Feuerstein, Dr. Christine Glauning
Moderation: Thomas Werneke
Zu den Gästen
Hanna Feesche ist Historikerin und stellvertretende Museumsleiterin bei den Museen Tempelhof-Schöneberg. Sie ist Teil des Kurationsteams der Ausstellung „Schokolonialismus. Sarotti in Tempelhof“, die noch bis zum 15. Oktober im Tempelhof Museum zu sehen ist.
Dr. Patrick Feuerstein ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter im Fairwork Projekt am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Als Arbeitssoziologe liegt sein Fokus auf Arbeitsbedingungen in globalen Wertschöpfungsketten. Seine Forschung behandelte bisher die IT-, Automobil- und Schokoladenindustrie, sowie die Plattformökonomie
Dr. Christine Glauning ist Historikerin und leitet seit 2006 das NS-Dokumentationszentrum Zwangsarbeit in Berlin Schöneweide. Ihre Arbeit gilt der Aufarbeitung der Zwangsarbeit während der NS-Diktatur insbesondere im Raum Berlin-Brandenburg.
Wegbeschreibung
U6, Paradestraße (3 Min zu Fuß)
U6, Platz der Luftbrücke (10 Min. zu Fuß)
S+U Bahnhof Tempelhof (8 Minuten zu Fuß)
Vor Ort stehen zwei Parkplätze für Menschen mit Behinderung (entsprechender Parkausweis nötig) zur Verfügung.
Der THF TOWER ist vollständig barrierefrei.
Adresse:
Tempelhofer Damm 45
12101 Berlin