Von Körben und Klängen – Wenn ein Aufzug zur Bühne wird
Es beginnt unscheinbar: Die Tür des Lastenaufzugs öffnet sich. Ein Musiker mit einem Flügel steht bereit. Der Aufzug setzt sich in Bewegung. Auf der nächsten Etage steigt ein Gitarrist ein, dann eine Flötistin, schließlich eine Violinenspielerin – und mit jeder Station wächst die Musik. Im 6. Obergeschoss: ein vollständiges Ensemble.
Was hier geschieht, ist mehr als ein Überraschungskonzert. Es ist sozusagen die künstlerische Einweihung eines nicht ganz gewöhnlichen Fahrstuhls – und ein filmisches Statement für kreativen Umgang mit Infrastruktur.
Der Aufzug als Raum mit Geschichte
Der Aufzug A15 am Flughafen Tempelhof befindet sich in einem Seitenflügel auf der Terminalebene der ehemaligen Abfertigungshalle und verbindet den Frachtenhof im 3. Untergeschoss mit dem 6. Obergeschoss – auf rund 17 Quadratmetern Fläche. Ursprünglich 1972 gebaut und 2000 überarbeitet, wurde er jetzt umfassend und denkmalgerecht saniert. Früher transportierte er Post und Fracht getrennt vom Passagierverkehr. Heute bewegt er nicht nur Menschen, sondern anlässlich von Events auch Bühnenbilder, Equipment – und sogar Musikensembles.
Architektur, die mehr kann
Gestaltet wurde die neue Innenauskleidung eigens von einem Architekturbüro. Sie orientiert sich am historischen Look der Tempelhofer Lastenaufzüge – mit schlichter Farbgebung, perforierten Metallwänden für bessere Belüftung und Akustik sowie einem Rammschutz aus Holz. Der Aufzug ist kein rein funktionales Gerät mehr, sondern ist zu einem Raum mit Atmosphäre geworden – bereit für neue Aufgaben.
Ein Aufzug hebt ab – als Bühne
Der Dreh eines Musikvideos des Cantus-Riedel Musikhauses wurde somit zur gebührenden Einweihungsfeier. Es entstand ein musikalischer Kurzfilm, der aus dem nüchternen Technikraum ein charmantes Miniatur-Musiktheater macht. Zu hören ist Walter Kollos „Das ist der Frühling von Berlin“ – augenzwinkernd und frisch arrangiert. Die Kamera begleitet die Aufzugsfahrt, fängt Details der Kabine ein, folgt den Musiker:innen über das Treppenhaus bis - und hier kommt ein geschickter filmischer Kniff - zur Aussichtsterrasse auf dem THF TOWER mit Blick über das Tempelhofer Feld.
Und dann kam Bewegung ins Spiel: ALBA Berlin im Aufzug A15
Kurz nach dem musikalischen Auftakt erhielt der Fahrstuhl erneut seine große Bühne: Gemeinsam mit Schindler Deutschland drehte ALBA Berlin im A15 einen sportlich-ästhetischen Werbespot. Wo zuvor klassische Klänge erklangen, waren diesmal das rhythmische Tippen von Basketbällen und schnelle Bewegungen im Mittelpunkt.
Die Spieler von ALBA dribbelten, passten und bewegten sich im engen Raum des Aufzugs mit beeindruckender Präzision, sinnbildlich für Teamgeist, Dynamik und Aufstieg. Schindler, offizieller Partner von ALBA Berlin, nutzte den Aufzug A15 als filmisches Symbol für Fortschritt, Verbindung und den gemeinsamen Weg nach oben.
Eine Fahrt, die bleibt
Und so verband auch dieser Dreh die Geschichte des Flughafengebäudes mit der Gegenwart – und machte den Aufzug erneut zur Bühne für Kreativität und Bewegung.
Der neu gestaltete Lastenaufzug steht für mehr als Technik. Er ist ein Symbol für die Vielseitigkeit, Wandelbarkeit und vor allem die Innovationsfreude des Flughafen Tempelhof – und dafür, dass auch funktionale Räume Platz für Kunst, Überraschung und Inszenierung bieten können.