„Airport THF“: Studierende gestalten Entwürfe für Alte Fahrzeughalle am THF TOWER
Wie lässt sich historisches Erbe mit moderner Stadtentwicklung verknüpfen? Der Flughafen Tempelhof ist ein Ort voller ungenutzter Potenziale und architektonischer Geschichten. Ein aktuelles Lehrprojekt der Berliner Hochschule für Technik zeigt nun eindrucksvoll, wie kreative Ideen junger Planerinnen und Planer einem vergessenen Winkel des Areals neues Leben einhauchen können.
Das Modul: Praxisnahe Lehre mit Mehrwert
Das Entwurfsmodul befasst sich neben dem Bestand selbst auch mit dem städtebaulichen Bezug, welcher gestalterisch mit Neubauelementen aufgefasst, ausgedrückt und verstärkt werden soll. Daher war klar, dass es ein Gebäudeteil sein muss, welches in irgendeiner Form „erweiterbar“ ist. Die Wahl fiel schließlich auf das Gebäude 7a.
Für die Studierenden ist es ungemein wertvoll, an einem „lebendigen Objekt“ zu arbeiten – also an einem Gebäude, das tatsächlich „Handlungsbedarf“ hat, zu dem ein realer Bezug hergestellt werden kann und das auch besichtigt werden kann. Im Umkehrschluss nutzt es auch dem Flughafen, wenn junge Architekt*innen sich intensiv mit ihm auseinandersetzen.
Das Objekt: Bauteil 7a
Das Gebäude Bauteil 7a am Flughafen Tempelhof befindet sich an einer zentralen Schnittstelle zwischen Stadt, Verkehrsanbindung über die U6 und dem Tempelhofer Damm, dem Flughafengebäude samt THF TOWER sowie dem umliegenden Freiraum.
Die heutige Gestalt des Objekts ist das Ergebnis einer schrittweisen Entwicklung:
- 1964 wurde Bauteil 7a als KFZ-Wagenwaschhalle auf dem Lagerplatz vor Bauteil 7 erreichtet.
- 1967 wurde eine Kraftfahrzeug-Reparaturhalle im Anschluss an die Wagenwaschhalle gebaut.
- 1969 erfolgte ein Neubau einer KFZ-Abstellhalle (ursprünglich nur als fünfjähriges Provisorium geplant) sowie die Einrichtung einer Tischlerwerkstatt.
Trotz seiner exponierten Lage wirkt der Bau derzeit isoliert: Er ist nicht öffentlich zugänglich und wird zusammen mit seinem Umfeld, das überwiegend als Parkplatz dient, kaum genutzt oder wahrgenommen.
Ursprünglich als funktionaler Bau in Form einer Wagenwaschhalle errichtet, bietet das Gebäude heute innen gestalterische Freiheit, während seine äußere Hülle aufgrund denkmalpflegerischer Vorgaben weitgehend erhalten bleiben muss.
Die Aufgabenstellung: Öffnung und Identitätsbildung
Vor diesem Hintergrund bestand die Aufgabe für Architektur-Studierende der Berliner Hochschule für Technik im Rahmen des Entwurfsmoduls „Airport THF Bauteil 7a“, darin, ein schlüssiges Nutzungskonzept zu entwickeln.
Ziel war eine Umnutzung und gezielte bauliche Ergänzung, die den Ort zu einem markanten „Mittler“ transformiert – zwischen Stadt und Tempelhofer Feld, zwischen Gebäude und Freiraum sowie zwischen Vergangenheit und Zukunft. Im Fokus standen dabei die Öffnung für die Öffentlichkeit, eine verbesserte Anbindung an den Tempelhofer Damm, die Schaffung eines identitätsstiftenden Ortes und die Aufwertung der derzeit wenig attraktiven Nutzungssituation.