Denkmalpflegeplan

Grundlage für alle kommenden Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen ist der von 2012 bis 2015 durch die Büros ProDenkmal und Hübner+Oehmig erstellte Denkmalpflegeplan für das Flughafengebäude. Die hierin festgelegten Rahmenbedingungen gewährleisten die Sicherung der historisch wertvollen Substanz und zeigen zugleich Spielräume für künftige Entwicklungen auf.

Baugeschichtliche Dokumentation

In der ersten Projektphase wurden umfassende Archiv-Recherchen und Analysen durchgeführt sowie Aussagen zur Bau- und Nutzungsgeschichte, Architektur, Konstruktion und zu den verwendeten Materialien und Handwerkstechniken für alle Gebäudeteile und Außenbereiche festgehalten.

Zum ersten Mal konnten auch die bisher getrennten Bestände des ehemaligen Archivs der Berliner Flughafengesellschaft und der Bauabteilung der US Air Force ausgewertet werden. Hierdurch wurde eine differenzierte Chronologie der Baumaßnahmen, des Wiederaufbaus, des Umbaus und der militärischen Nutzung einzelner Gebäudebereiche möglich. Eine weitere wesentliche Quelle waren die im Archiv des Flughafens Tempelhof befindlichen Akten und Pläne aus der Bauzeit, erstellt im Büro der „Neubauleitung Flughafen Tempelhof“ unter der Leitung von Ernst Sagebiel. Der Bestand beinhaltet nahezu vollständig die Originalzeichnungen der Ausführungsplanung sowie die Ausschreibungen und Rechnungen mit Angaben zu den Baumaterialien und Handwerkstechniken für den Zeitraum von 1934 bis 1944.

Sämtliche Ergebnisse wurden im Denkmalinformationssystem DIS-THF erfasst und stehen nun der Tempelhof Projekt GmbH als Bauherr, den Denkmalschutzbehörden und allen Planungsbeteiligten als Arbeitsgrundlage zur Verfügung.

Bestandserfassung und Raumbuch

In der zweiten Projektphase wurden alle Fassaden und Innenräume erfasst. Der Bestand wurde in einem Raumbuch textlich und fotografisch dokumentiert, auf der Basis der Quellenrecherche in Bauphasen eingeordnet und denkmalfachlich bewertet. 

Maßnahmenkatalog und Denkmalpflegeplan

In der dritten und letzten Projektphase stand die Erstellung von verbindlichen Rahmenbedingungen für den weiteren Umgang mit dem Gebäudekomplex im Mittelpunkt. Diese wurden in einem Katalog zusammengefasst, der Empfehlungen zu denkmalpflegerischen und restauratorischen Erhaltungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen enthält.