die ärzte im THF-Interview

Vor der dreitägigen Konzertreihe, die vom 23. bis 25. August auf dem Vorfeld des Flughafens stattfand, haben wir mit Farin und Bela B. von die ärzte gesprochen und ihnen ein paar ganz spezielle "Tempelhof-Fragen" gestellt.

Was bedeutet es euch an einem so geschichtsträchtigen Ort wie Tempelhof zu spielen? Habt ihr vielleicht sogar ein persönliches Erlebnis, das euch mit dem Ort verbindet?

Farin:

Die historische Geschichte mal außen vor gelassen - wir hatten in den 80er-Jahren unseren Proberaum lange in einem der tausend Kellerräume des gigantischen Gebäudes. Wir haben also seeehr viel Zeit im Flughafen verbracht und auch einige Zeit in der gegenüberliegenden Imbissbude, die oft zum Lebensretter wurde. Es ist aber schon ein irres Gefühl, unsere Backstageräume in diesem weitläufigen ehemaligen Tempel der Luftfahrt zu haben. 

Bela B.:

Zuallererst fällt mir mein erster Flug ein, wo ich bei der Landung in Tempelhof direkt mal gekotzt habe. Dann hab ich neben den die ärzte auch mit meiner letzten Band vor der Reunion, den Australiern CRASHLAND, hier geprobt, in der ich nur Schlagzeuger war. 2006 hab ich hier das letzte Mal jemand abgeholt, Charlotte Roche, die zu Aufnahmen für meine erste Soloplatte kam.

Was ist das Besondere/der Vorteil an Tempelhof als Event-Location? Ihr tretet ja bereits zum dritten Mal hier auf.

Farin:

Ein wichtiger Vorteil ist definitiv die öffentliche Verkehrsanbindung mit Bus, U- und S-Bahn, und die zusätzlichen Fahrradparkplätze. Und es ist natürlich auch einfach ein tolles Gelände, nahezu mitten in der Stadt.

Bela B.:

Da schließe ich mich meinem Vorredner an. Mehr Berlin (na gut – West-Berlin) geht nicht!

Die Konzerte finden auch mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit und klima- bzw. ressourcenpositive Ansätze statt. Denkt ihr das Thema findet in eurer Branche genug Beachtung? Warum unterstützt Ihr diese Konzepte?

Farin:

Wir unterstützen das, weil wir schließlich alle auf demselben Planeten leben - und wir hoffen, daß das Thema Nachhaltigkeit schnell die neue Normalität wird. Wie könnte man dafür besser eine Lanze brechen als auf Konzerten, wo alle Spaß haben?

Bela B.:

Absolut! Die C2C-Idee ist ja ein Angebot ohne Verzicht nachhaltig zu sein. Okay, Fleisch wird’s nicht geben, aber wegen der Wurst geht ja auch keiner auf's Konzert.

Stellt euch vor, Ihr hättet einen eigenen Hangar am Flughafen Tempelhof – was würdet ihr damit machen?

Farin:

Wenn er beheizt wäre: ihn im Winter Obdachlosen zur Verfügung stellen, vielleicht?

Bela B.:

Es gibt so viel Bedarf an Platz in Berlin! Eine Sporthalle für Schulen, aber auch für Freizeitler, wäre bestimmt nicht falsch. Eine kleinere nachhaltige Konzerthalle, der Ökostrom ist ja schon gelegt. Mir fiele bestimmt noch mehr ein. Schlimm wäre es nur, den Platz zu verschenken. Und wenn, dann an die Guten!!

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