Historische Fotos liegen zur Ansicht auf einem Archivtisch

Historisches Archiv

Mit der Schließung des Flughafens Tempelhof im Jahr 2008 wurde gleichzeitig die Berliner Flughafengesellschaft (BFG) von ihrer Betriebspflicht befreit. Bei ihrem Auszug hinterließ sie ein umfangreiches Bauarchiv. 2011 wurde es zum Zweck der Sanierung und Instandsetzung des Flughafengebäudes an die Tempelhof Projekt GmbH übergeben.

Die BFG war seit ihrer Gründung 1924 bis zur Schließung des Flughafens 2008 am Flughafenstandort aktiv. Die Archivbestände zeichnen sich durch eine Kontinuität aus, die eine fast lückenlose Dokumentation des Baugeschehens vor Ort ermöglichen. Angesichts einer wechselvollen Geschichte ist dies keine Selbstverständlichkeit.

Vom Berliner Magistrat war die BFG am 19. Mai 1924 gegründet und mit dem Bau und Betrieb des sogenannten ‚alten Flughafens‘ beauftragt worden. Die Notwendigkeit, ein neues Flughafengebäude zu errichten, war seit Anfang der 1930er Jahre offenkundig. Das alte Empfangsgebäude war angesichts anhaltend steigender Fluggastzahlen und trotz mehrfacher Anbauten an der Grenze seiner Kapazität angelangt.

Nachdem das NS-Regime das propagandistische Potential des Bauvorhabens erkannt hatte, wurde der BFG die Planung des Neubaus entzogen. Ihre Zuständigkeit in den Jahren 1933–1945 beschränkte sich allein auf den heute nicht mehr existierenden Vorgängerbau. Im heutigen Archiv ist diese Zeitspanne dennoch abgedeckt, weil die BFG später die Bauunterlagen der Neubauleitung des Reichsluftfahrtministeriums (NBL) in das eigene Archiv überführte.

Während der US-amerikanischen Besatzungszeit von 1945 bis 1993 war die BFG kurzfristig zur Wirtschaftsstelle degradiert. Aufgrund guter Zusammenarbeit während der Luftbrücke bekam sie aber zumindest eine Teilverantwortung zurück, nämlich für den östlichen, zivilen Teil des Flughafens. Mit der Auflösung der US Air Base nach dem Mauerfall wurden die Bauunterlagen der United States Air Force (USAF) ebenfalls ins BFG-Archiv überführt. So ist auch das Baugeschehen dieses Zeitabschnitts vollständig dokumentiert.

Zukünftig sollen die Archivbestände sukzessive inhaltlich erschlossen, digitalisiert und die Standortgeschichte aktiv vermittelt werden. Ein Besuch des Archivs ist nach vorheriger Anmeldung möglich. Ein Arbeitsplatz für eigene Archivrecherchen steht dort ebenfalls zur Verfügung. Rechercheanfragen können an die nebenstehende Adresse gerichtet werden.

Ansprechpartnerin

Icon stilisierter Mensch weiß vor hellblauem Hintergrund

Historisches Archiv

Dr. Sina Keesser

+49 30 2000 374 281

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