Der Flughafen entstand zu einer Zeit der Kriegs- und Mangelwirtschaft, in der verbaut wurde, was gerade zur Verfügung stand: unterschiedlichste Materialien in unterschiedlichsten Qualitäten. Viele dieser Baustoffe haben sich als gesundheitsschädlich erwiesen, dürfen nicht mehr verbaut werden und sind somit Gebäudeschadstoffe. Als Gefahrstoffe unterliegen sie besonderen Regeln des Arbeits-, Immissions- und des Umweltschutzes. Für die betriebssichere Sanierung des Flughafengebäudes bedeutet dies, dass zunächst ermittelt werden muss, welche dieser Stoffe wo genau verbaut worden sind. Ein entsprechendes Gesamtschadstoffgutachten soll nun erstmals erstellt werden. Als einheitliches Schadstoffkataster gilt es damit als Grundlagenprojekt für Planungen und Ausführungen von Bauprojekten, für Instandhaltungen sowie für Entsorgungen gefährlicher Abfälle. Im ersten Quartal 2022 soll das Gesamtgutachten fertiggestellt sein.
Im Flughafengebäude wurden viele Baustoffe verbaut, die heute als Schadstoffe gewertet werden, in den verschiedenen Bauphasen aber jeweils üblich waren. Besonders häufig wurden folgende Stoffe verbaut:
- Künstliche Mineralfasern zur Wärmeisolierung und zum Schallschutz in technischen Anlagen, Leichtbauwänden und Zwischendecken sowie zum Brandschutz von Stahlkonstruktionen
- Teerhaltige Baustoffe zur Abdichtung im Tiefbau, im Fußbodenaufbau von Feuchträumen (WCs, Küchen) und auf Dächern als Dichtungsbahnen und Fugenmassen
- Asbesthaltige Stoffe zum Brandschutz in Heizkörperverkleidungen und in Brandschutztüren (Asbestpappen) sowie im Fußbodenaufbau (Floorflexplatten), zur Rissbreitenbeschränkung von Rohrummantelungen sowie in Putzen und Spachtelmassen, außerdem als Asbestzementrohre und Wellasbest-Platten
- Schwermetallhaltige Beschichtungen zum Korrosionsschutz der Hangar-Stahlkonstruktion sowie von Fenstern und Türen
- Halogenierte organische Stoffe (PCB-haltige Weichmacher in Fugenmassen, HBCD und FCKW als Flammschutzmittel bzw. Treibmittel in Polystyrol)