Vor einigen Tagen ging es an unserer Tower-Baustelle hoch hinaus – zumindest für die Fachleute und zwei gigantische, 9 Tonnen schwere und 14 Meter lange Stahlträger. Zusammen tragen sie später die 125 Tonnen schwere Treppenkonstruktion, die in das alte, bestehende Treppenhaus eingehängt wird. Schon im nächsten Jahr können Besucher über diese einzigartige Treppe das Dach erklimmen und eine der spektakulärsten Aussichten Berlins genießen.
Um den Tower THF, der sich am westlichen Ende des legendären Flughafen Tempelhof befindet, nutzen und für die Öffentlichkeit zu öffnen, muss saniert und umgebaut werden. Schließlich ist das Gebäude über 80 Jahre alt und die Bausubstanz erfüllt längst nicht mehr die heutigen Anforderungen. So mussten Schadstoffe beseitigt die zum Teil sehr marode Gebäudetechnik zurückgebaut werden. Auch das einst imposante Haupttreppenhaus muss erheblich verstärkt werden.
Massiver Stahlrahmen trägt die Treppe
Um die fragile und denkmalgeschützte Bausubstanz zu erhalten und sichtbar zu machen, wurde eine Lösung mit geringstem Eingriff gefunden. Ausgehend von der Dachkonstruktion des Haupttreppenhauses wird eine Stahltreppe abgehängt. Zentrales Element ist dafür ein massiver Stahlrahmen, in dem so genannten Zugstangen verankert sind. Damit die Treppe später nicht unter den Füßen der Besucher*innen wackelt, dafür sorgen zusätzlich Gewichte aus Beton, die ein Schwingen reduzieren. Außerdem sind die hängenden Treppenteile zusätzlich in jedem Stockwerk mit den angrenzenden Wänden verbunden.
Die Treppe ist eine Herausforderung
Die Montage der Treppe in dem engen Gebäudeteil stellt eine große Herausforderung an die Planer und die ausführenden Firmen dar. Der Einbau muss durch die Dachöffnung von oben und einen Technikschacht von unten erfolgen. Am Ende werden die einzelnen Treppenteile miteinander verschraubt und über 14 Zugstangen mit der Dachkonstruktion verbunden.
Das Vorhaben wird durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat im Rahmen des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert. Darüber hinaus ermöglicht das Abgeordnetenhaus von Berlin mit SIWA (Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt) die Baumaßnahme.