Entwicklungskonzept 2030+

Das Flughafengebäude Tempelhof trägt das Experiment im Herzen, es traut sich, Gegensätze auszuhalten. Es zeigt die Kunst, Kultur und Kreativität, für die der Standort stehen soll, ganz nah, zum Anfassen, Mitmachen und Erleben. Es setzt Impulse mit seinem Auftreten. Der Standort THF steht für die Mischung und Heterogenität Berlins und seiner Kieze. Monofunktionale Standortnutzungen finden hier keinen Platz. Im Sinne der Prozesshaftigkeit darf das Flughafengebäude unfertig sein. Ganz dem Grundsatz folgend: Immer im Werden, nie im Sein! Das Gebäude sollte umarmen, bunt sein, zulassen und eine enge Verbindung zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft ermöglichen. Die schrittweise Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes soll diese Grundsätze aufnehmen. Es soll Verlässlichkeit bei der Umsetzung, Belastbarkeit für die Nutzung und Spielräume der Entwicklung für kommende Generationen bieten.

 

 

 

Die folgenden Hauptaussagen wurden von der Tempelhof Projekt GmbH im Zuge eines internen Leitbildprozesses zwischen Herbst 2018 und Sommer 2019 entwickelt. Für die zukünftige Profilentwicklung stehen folgende Kernaussagen im Zentrum:

  • Sich Vielfalt trauen: Raum für Experimente von, mit und für alle Nutzergruppen.
  • Ambivalenz als Kern: Koexistenz von Gegensätzen ermöglichen: Willkommenskultur pflegen.
  • Im Sinne des Ortes agieren: Denkmal schützen und Flughafencharakter neu erfinden.
  • Räumliche Eigenschaften sowie Verständnis von Luft- und Landseite aufgreifen und stärken.
  • Wandelbarkeit und Unfertigkeit: Breites Verständnis von Wandelbarkeit und Unfertigkeit schaffen: sozial, technologisch, kulturell, ökologisch, nutzungsbezogen. 

Für viele Bereiche des Flughafengebäudes wurden bereits Nutzungsziele entwickelt, als erste Überlegungen, ausgereifte Machbarkeitsstudien oder Projekte, die sich bereits in der Realisierung befinden.

Eine ganzheitliche Sanierung der Gebäudeteile und der technischen Infrastruktur ist Voraussetzung für die künftige Nutzung der Flächen. Nach der Sanierung soll das Gebäude wirtschaftlich betrieben und instand gehalten werden. Dafür werden für die jeweiligen Nutzungen marktgerechte Mieten zugrunde gelegt.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat im August 2019 Setzungen für die Gesamtentwicklung in Form der Vision 2030+ als Empfehlung an den Senat beschlossen. Diese sollen nach der Sanierung umgesetzt werden.

Vision 2030+ im Überblick:

  • Erdgeschosse sind grundsätzlich mit publikums-bezogenen Nutzungen zu belegen und öffentlich zugänglich.
  • Monofunktionalitäten in den Bauteilen sollen vermieden werden.
  • Nutzungen sollen der Architektur und der vorhandenen Raumstruktur entsprechen.
  • Raumtypologien, die sich für Büronutzung eignen, sollen für diverse, gemischte Büro- und Kreativnutzungen saniert werden.
  • Für temporäre Veranstaltungen sollen Ehrenhof, Haupthalle, überdachtes Vorfeld und vier Hangars genutzt werden.
  • In drei Hangars sollen kulturelle Dauernutzungen etabliert werden.