Tengener Muschelkalk für die Substanzerhaltung der Gebäudefassade

Der derzeitige Zustand der Naturstein- und Putzfassade des historischen Gebäudekomplexes weist von starken Verdunkelungen bis hin zu akuten Substanzschäden fortschreitende Schadbilder auf. Zielstellung ist die Substanzerhaltung der 133.000 qm großen Fassadenflächen (einer Fläche, die ca. 33 Fußballfeldern entspricht) nach restauratorischen und konservatorischen Prinzipien.

Hierfür musste zunächst ermittelt werden, woher die ursprünglich verbauten Materialien stammten. Die Analyse und Voruntersuchung erfolgte durch die ProDenkmal GmbH.
Ihre Recherchen ergaben, dass das bauzeitlich verwendete Material im Steinbruch Tengen-Blumenfeld gewonnen wurde. Aus dem inzwischen stillgelegten Steinbruch erwarb die Tempelhof Projekt GmbH nun 15 Kubikmeter „Tengener Muschelkalk“ in Form von 5 Rohblöcken. Diese Blöcke werden zu Rohplatten verarbeitet und je nach Bedarf im Zuge der Fassadenrestaurierung nach Tempelhof geliefert.

Der „Tengener Muschelkalk“ wurde bereits von den Römern abgebaut und als Baustoff verwendet. Er wird als poröser Schalentrümmerkalk bezeichnet, da er sich aus Schalentrümmern von Schnecken, Muscheln, Seeigeln und Moostierchen zusammensetzt.