Ein Flugzeug mit einer ganz besonderen Geschichte zieht in den Hangar 7

Am 11. November 2020 beginnt der dreitägige Umzug einer originalgetreu restaurierten Iljuschin von der Flugzeugwerkstatt auf dem Tempelhofer Feld in den Hangar 7 des Flughafens Tempelhof. Kran und Schlepperfahrzeuge werden dabei behilflich sein. Die „Prozession“ des Fliegers erfolgt in drei Teilen: Transportiert und montiert werden Tragflächenmittelstück, Rumpf und zwei Motoren mit Luftschrauben.

Das Flugzeug vom Typ Iljuschin-14 wurde 14 Jahre lang in Hunderttausenden von Arbeitsstunden von einer Gruppe hochengagierter Ehrenamtlicher mit viel persönlichem Einsatz im Auftrag des Deutschen Technikmuseums restauriert und rekonstruiert. Gebaut wurde die Iljuschin 1958 von den Flugzeugwerken Dresden. Fast alle der Ehrenamtlichen sind Luftfahrt-Experten und haben vor ihrem Ruhestand als Piloten, Mechaniker, Ingenieure oder bei der Flugsicherung gearbeitet.

Flugzeug-Schau im Hangar

Jetzt zieht das Flugzeug von der Werkstatt in den Hangar 7 in Tempelhof um. Ziel ist es, das Flugzeug der Öffentlichkeit demnächst regelmäßig zugänglich zu machen und auch für die Ausgestaltung von Großevents zu nutzen. Zusammengesetzt wird der in drei Teilen ankommende Flieger vor Ort im Hangar. Geplant ist im April 2021 die äußeren Flügelteile und das Leitwerk, also die Steuerflächen am Heck des Flugzeuges, zu montieren. Dann könnte das Flugzeug zum 30. Jubiläum des letzten Interflug-Linienfluges (das war im April 1991) fertig sein. Dann können sich die Hangartore für Besucher öffnen. 

Die bisherige Werkstatt

Vor vielen Jahren war das Haus 44 auf dem Tempelhofer Feld Hobbywerkstatt der amerikanischen Soldaten, hier schraubten sie an ihren Autos. Noch während des Flugbetriebes hat das Deutsche Technikmuseum betagte Flugzeuge im Hangar 4 beherbergt, bis die Entscheidung für die Modemesse Bread & Butter am Flughafen Tempelhof fiel. Die Flugzeuge konnten 2009 auf Grund einer Vereinbarung zwischen dem Deutschen Technikmuseum und der Grün Berlin GmbH in das Haus 44 ziehen. 2021 wird das Gebäude der Gerüstbauhalle voraussichtlich abgerissen. Es muss eine Lösung gefunden werden, was aus den Maschinen wird, die noch in Einzelteilen und Containern auf dem Hof der Werkstatt gelagert sind.