Vom Offiziershotel zum Digital- und Innovationszentrum

Kreativunternehmen, Künstler, Kulturschaffende – sie werden künftig den Geist des Berlin Creative District prägen und inspirierende neue Angebote mitten in Berlin schaffen. Einer der kreativen Hubs, der für Innovation, Austausch und digitale Wertschöpfung stehen wird, ist das Bauteil H2rund am Platz der Luftbrücke. Die Tempelhof Projekt GmbH führt aktuell ein Auswahlverfahren durch, an dessen Abschluss der private Investor mit dem überzeugendsten Konzept den Zuschlag erhält, um H2rund zum Digital- und Innovationszentrum aufzubauen und zu betreiben.

Der aktuell leerstehende und entkernte Bauteil war früher das Offiziershotel der US-Amerikaner. Erster Mieter war die Deutsche Lufthansa, die 1926 in Tempelhof gegründet wurde. Gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft Hansa Luftbild zog sie 1938 in das von Ernst Sagebiel entworfene Flughafengebäude. H2rund bildete mit seiner großen Empfangshalle den repräsentativen Zugang zur Hauptverwaltung.

Die im 2. Weltkrieg für militärische Zwecke genutzten Räume wurden gegen Kriegsende stark zerstört und brannten weitgehend aus. 1950 begann die Berliner Flughafen Gesellschaft mit dem Wiederaufbau für die US Air Force, die hier unter dem Namen „Columbia House“ den Officers’ Club und das Offizierskasino mit Speisesaal und Clubräumen einrichtete. In den Obergeschossen entstanden aus ehemaligen Büroräumen Offiziersunterkünfte. Der Empfangsbereich im Erdgeschoss wurde 1987 vollständig umgestaltet. Auch das Vordach stammt aus der US-amerikanischen Zeit. Weitgehend original erhalten sind die Treppenhäuser mit den charakteristischen Aluminiumgeländern und der „Eichensaal“. Dieser über zwei Stockwerke reichende Raum erhielt seinen Namen wegen der Holzvertäfelung und den mit Eichenblättern verzierten Leuchtern. Ursprünglich diente er der Lufthansa als Konferenz- und Vortragsraum mit eingebauter Leinwand für Filmvorführungen.